
Einschätzung des IAB zur wirtschaftlichen Lage – Februar 2026
Das Bruttoinlandsprodukt ist im vierten Quartal 2025 preis-, saison- und kalenderbereinigt um 0,3 Prozent im Vergleich zum Vorquartal gestiegen.…

Das außenwirtschaftliche Umfeld ist von hohen Unsicherheiten geprägt. Die aktuelle Lagebeurteilung ist zumindest im Euroraum noch stabil, aber für die Weltwirtschaft insgesamt, für den Euroraum und auch für die beiden wichtigsten Handelspartner Deutschlands, die USA und China, wurden die Wachstumsprognosen jüngst deutlich nach unten korrigiert. Dies bedeutet – zusätzlich zu den gestiegenen Zollkosten – weitere Belastungen für die deutsche Exportwirtschaft. Chinas Entscheidungen zur Begrenzung der Ausfuhr seltener Erden verschlechtern zudem die Produktionsbedingungen in den Wirtschaftsbereichen, die auf diese Rohstoffe angewiesen sind.
Im Februar sind die deutschen Exporte um 1,8 Prozent angestiegen, und damit deutlich kräftiger als die Importe, die – nach einer höheren Zunahme im Vormonat – nur um 0,7 Prozent zulegten. Bei den Auftragseingängen im Verarbeitenden Gewerbe wurde die rückläufige Nachfrage aus dem Inland durch eine steigende Nachfrage aus dem Ausland kompensiert. Inwieweit der Außenhandel die schwache deutsche Wirtschaft stabilisieren kann, hängt davon ab, ob die Weltwirtschaft in eine globale Rezession gerät, wie die Zoll- und Handelskonflikte verlaufen und wie die Verlässlichkeit der zukünftigen US-amerikanischen Wirtschafts- und Finanzpolitik eingeschätzt wird. Im April gingen die Exporterwartungen in Deutschland deutlich zurück.
Die Investitionstätigkeit wird durch solche Konflikte und Unsicherheiten gebremst, denn betroffene Unternehmen beobachten zunächst die weitere Entwicklung und wägen ab, ob sie geplante Investitionen in die Zukunft verschieben. Die deutsche Industrie zeigt bereits pessimistischere Erwartungen für ihre zukünftigen Geschäfte mit Investitionsgütern. Demgegenüber haben sich die Geschäftserwartungen im Bauhauptgewerbe deutlich verbessert. Dies könnte bereits auf die von der neuen Koalition angekündigten Infrastrukturinvestitionen zurückzuführen sein.
Die Konsumnachfrage bleibt schwach. Die Inflationsrate lag im März bei 2,2 Prozent und war damit wiederum etwas niedriger als in den Vormonaten. Unternehmen dürften höhere Kosten durch mögliche Zölle teilweise auf die Preise umlegen, was den Inflationsdruck wieder erhöhen würde. Schlechtere Wachstumsprognosen und unsichere Finanzmarktentwicklungen werden die Kaufzurückhaltung einerseits verstärken, was sich bereits in verschlechterten Erwartungen der Konsumgüterproduzenten ausdrückt. Andererseits könnten die angekündigten öffentlichen Ausgabenpakete sowie Lohnerhöhungen in Teilen der Wirtschaft die Konsumlaune auch wieder aufhellen.
Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung war zuletzt leicht angestiegen und die Arbeitslosigkeit hat im April nur noch gering zugenommen. Auch das IAB-Arbeitsmarktbarometer zeigte sich im April etwas freundlicher als in den ersten Jahresmonaten. Während dies den Prognosen aus dem Frühjahr entspricht, bleibt abzuwarten, inwieweit die Wirtschaft und damit auch der Arbeitsmarkt durch die Handelskonflikte in Mitleidenschaft gezogen werden und welche positiven Gegeneffekte aus den geplanten Ausgabenpaketen resultieren.

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