
Einschätzung des IAB zur wirtschaftlichen Lage – Februar 2026
Das Bruttoinlandsprodukt ist im vierten Quartal 2025 preis-, saison- und kalenderbereinigt um 0,3 Prozent im Vergleich zum Vorquartal gestiegen.…

In den großen Wirtschaftsräumen Europäische Union, USA und China hatten sich die Erwartungen über die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung jüngst wieder etwas aufgehellt. Aber der globale Handel und die internationalen Finanzmärkte sind weiterhin von hohen Unsicherheiten gezeichnet. So gibt es noch immer keine längerfristig verbindliche Vereinbarung zwischen den USA und der EU über die zukünftigen Zolltarife. Und es gibt neue Risiken für eine Ölpreiserhöhung aufgrund der Auseinandersetzungen im Nahen Osten.
Die deutschen Exporte sind im April 2025 im Vergleich zum Vormonat kalender- und saisonbereinigt um 1,7 Prozent gesunken, der Anstieg aus dem ersten Quartal hat sich nicht fortgesetzt. Besonders starke Rückgänge gab es bei den Ausfuhren in die USA (-10,5%) und nach China (-5,9%). Hier dürften sich bereits Belastungen durch die Zollkonflikte zeigen, Vorzieheffekte wirken inzwischen weniger. Auch die Exporterwartungen der deutschen Industrie haben sich im Juni gegenüber Mai wieder leicht verschlechtert. Demgegenüber stiegen die Importe im April nach einer zuletzt sehr schwachen Entwicklung mit +4,0 Prozent deutlich. Vor allem aus der Eurozone gab es Zuwächse (+4,6%) sowie aus den USA (+3,1%). Im Handel mit China gingen neben den Exporten auch die Importe zurück (-4,3%).
Die Produktion von Investitionsgütern nahm im April im Vergleich zum März um 2,3 Prozent ab, die Ankündigungen einer expansiven Ausgabenpolitik waren zu diesem Zeitpunkt noch vage. Im produzierenden Gewerbe insgesamt sank die Produktion um 1,4 Prozent, mit starken Rückgängen in der Pharmaindustrie und im Maschinenbau. Diese exportstarken Branchen sind von den Zollkonflikten besonders betroffen, auch ihre Auftragseingänge zeigten sich rückläufig. Insgesamt entwickelten sich die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe mit +0,6 Prozent aber leicht positiv, bei den Investitionsgütern stiegen die Aufträge deutlich um +4,1 Prozent.
Die Inflationsrate lag im Mai konstant bei 2,1 Prozent. Zwar sind die Energiekosten weiter gesunken, aber die Preise für Lebensmittel und Dienstleistungen sind erneut gestiegen und belasten die Verbraucher. Der jüngste Anstieg der Sparneigung verdeutlicht deren anhaltende Verunsicherung, sie verschieben größere Anschaffungen wieder häufiger. Auch neue Sorgen vor möglichen Ölpreis- und damit Benzinpreiserhöhungen könnten aktuell den Konsum bremsen.
Der Arbeitsmarkt bleibt schwach. Die Zahl der Arbeitslosen nahm im Juni erneut leicht zu, die Beschäftigung blieb zuletzt konstant. Der Stellenindex der Bundesagentur für Arbeit, ein Indikator für die Arbeitskräftenachfrage und die Einstellungsbereitschaft der Unternehmen, zeigte sich im Juni im Vergleich zum Mai unverändert. Das IAB-Arbeitsmarktbarometer war wiederholt weniger pessimistisch, befindet sich aber immer noch im negativen Bereich.

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