
Einschätzung des IAB zur wirtschaftlichen Lage – Februar 2020
Das deutsche Wirtschaftswachstum stagnierte im Schlussquartal 2019. Für das Gesamtjahr ergibt sich damit ein moderates Wachstum von 0,6 Prozent. Für…

Die deutsche Wirtschaft profitiert von Impulsen aus dem außenwirtschaftlichen Umfeld. In der Europäischen Union hat sich das Wachstum verfestigt. Auch die USA entwickeln sich dynamisch, wobei abzuwarten bleibt, ob sich kurzfristige Effekte der expansiven Fiskalpolitik fortsetzen. Die Schwellenländer wachsen stabil.
In dieser Gemengelange entwickelte sich der deutsche Außenhandel zuletzt sehr gut. Die Exporte stiegen im vierten Quartal 2017 um 2,7 Prozent, die Importe legten um 2,0 Prozent zu. Der Außenbeitrag nahm somit zu. Das Risiko des zunehmenden Protektionismus drückt die Exporterwartungen nach unten, auch wenn diese weiterhin im positiven Bereich liegen. Zudem dämpft der steigende Eurokurs den Absatz im Ausland außerhalb des Währungsgebiets.
Auch die Entwicklung bei den Investitionen trägt zum kräftigen Wachstum bei. Die Ausrüstungsinvestitionen nahmen im vierten Quartal 2017 um 0,7 Prozent zu. Die Bauinvestitionen sind von einem sehr hohen Niveau aus um 0,4 Prozent zurückgegangen. Der wirtschaftliche Aufschwung führt zu stark ausgelasteten Produktionskapazitäten. Die Investitionsgüterproduzenten schätzen die Geschäftslage am aktuellen Rand als sehr gut ein, die Erwartungen haben sich zuletzt aber eingetrübt.
Der Konsum hat in der zweiten Jahreshälfte 2017 an Dynamik eingebüßt. Im vierten Quartal wuchs der private Konsum zwar nicht. Die Stimmung der Verbraucher ist aber weiterhin ausgezeichnet, so dass sich die Konsumnachfrage in 2018 wieder mit mehr Schwung entwickeln dürfte. Der private Konsum profitiert von sinkender Arbeitslosigkeit, wachsenden Reallöhnen und niedrigen Anlagezinsen. Der staatliche Konsum nahm um 0,5 Prozent zu. Der fiskalische Handlungsspielraum entsteht durch steigende Steuereinnahmen und geringere Ausgaben für den Schuldendienst. Die neue Bundesregierung hat für die Zukunft eine etwas expansivere Fiskalpolitik vorgesehen.
Die Entwicklung am Arbeitsmarkt bleibt günstig. Die Arbeitslosigkeit und die Unterbeschäftigung gehen weiter kräftig zurück. Die Beschäftigung steigt. Im Zuge des Arbeitsmarktaufschwungs werden die Arbeitskräfte zunehmend knapp. Das Winterwetter hatte im März einen leicht ungünstigen Einfluss auf die Arbeitslosigkeit (Daten zu den Wettereffekten auf die Arbeitslosigkeit siehe hier). Für den Jahresverlauf kündigt das IAB-Arbeitsmarktbarometer eine Rekordentwicklung an. Der Frühindikator erreicht im März einen neuen Höchststand mit 105,4 Punkten und liegt so 0,4 Punkte höher als im Februar.

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