
Einschätzung des IAB zur wirtschaftlichen Lage – Februar 2026
Das Bruttoinlandsprodukt ist im vierten Quartal 2025 preis-, saison- und kalenderbereinigt um 0,3 Prozent im Vergleich zum Vorquartal gestiegen.…

Das außenwirtschaftliche Umfeld ist weiterhin sehr unsicher. Die Entscheidungen der US-Regierung über das vorläufige Aussetzen der neuen Zolltarife und die Aussicht auf Verhandlungen hatten zunächst Erleichterung ausgelöst. Aber die jüngsten Ankündigungen von Donald Trump, die Zölle auf Waren aus der Europäischen Union kurzfristig und drastisch zu erhöhen, führten vorübergehend wiederum zu steigenden Unsicherheiten an den Güter- und Finanzmärkten. Die Auswirkungen der Zollkonflikte sind global zu beobachten: Sowohl in den USA als auch in China und im Euroraum blieb das Wirtschaftswachstum im ersten Quartal 2025 deutlich hinter früheren Erwartungen zurück.
Im Vergleich zum Vorquartal sind die deutschen Exporte im ersten Quartal 2025 saisonbereinigt um 3,2 Prozent gestiegen, die Importe zeigen ein Plus von 1,1 Prozent. Vor allem der Handel mit China und den USA hat sich deutlich ausgeweitet, wofür die internationalen Zollkonflikte eine wichtige Rolle spielen. So kommt es zu Veränderungen bei Handelspartnern und Handelsrouten, aber auch Vorzieheffekte schlagen sich in den Ergebnissen des ersten Quartals nieder. Hinsichtlich ihrer zukünftigen Exporte haben sich die Erwartungen der deutschen Wirtschaft im Mai nach einer deutlichen Verschlechterung im April wieder verbessert.
Die Investitionsentwicklung war im ersten Quartal 2025 das zweite Mal in Folge leicht positiv. Die Ausrüstungsinvestitionen stiegen um 0,7 Prozent, die Bauinvestitionen um 0,5 Prozent. Im März gab es mit 3,7 Prozent einen deutlichen Zuwachs bei den Auftragseingängen für Investitionsgüter und auch im verarbeitenden Gewerbe insgesamt erhöhten sich die Auftragseingänge um 3,6 Prozent. Dabei belebte sich sowohl das Auslands- (+4,7%) als auch das Inlandsgeschäft (+2,0%). Die Geschäftserwartungen der Wirtschaft haben sich im Mai leicht verbessert. Zwar bleiben sie im Durchschnitt hinter den Einschätzungen von vor einem Jahr zurück, aber die aktuelle Aufhellung betrifft sowohl das verarbeitende Gewerbe als auch den Dienstleistungssektor, den Handel und das Bauhauptgewerbe.
Die Inflationsrate lag im April erneut niedriger bei 2,1 Prozent. Der Rückgang ist vor allem auf gesunkene Energiekosten zurückzuführen. Die Preise für Lebensmittel und Dienstleistungen sind dagegen teils kräftig gestiegen, was den Konsum bremsen dürfte. Der Handel blickt allerdings wieder optimistischer in die Zukunft und bewertete im Mai auch seine aktuellen Geschäfte wieder besser. Die Aufträge in der Konsumgüterindustrie waren mit 8,7 Prozent zuletzt ebenfalls deutlich gestiegen.
Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung war im März im Vergleich zum Februar in etwa konstant geblieben, auch die Zahl der Erwerbstätigen stagnierte zuletzt. Während sich die Unterbeschäftigung im Mai nahezu unverändert zeigt, stieg die Arbeitslosigkeit erneut an und den Arbeitsagenturen wurden weniger neue offene Stellen gemeldet als im April. Bei anhaltender Schwäche am Arbeitsmarkt ist immerhin das aktuelle IAB-Arbeitsmarktbarometer erneut weniger pessimistisch.

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