
Einschätzung des IAB zur wirtschaftlichen Lage – Juli 2022
Der Krieg in der Ukraine, Lieferengpässe und Preiserhöhungen belasten die wirtschaftliche Entwicklung. Hinzu kommen Risiken aufgrund der unklaren…

Die Erholung der Weltwirtschaft verläuft aufgrund von Lieferengpässen langsamer, als noch zu Jahresbeginn erwartet wurde. Das Bruttoinlandsprodukt in China ist im dritten Quartal nur um 0,2 Prozent gegenüber dem Vorquartal gewachsen, nach 1,2 Prozent im zweiten Quartal. Die Einschätzung der wirtschaftlichen Lage in China und in den USA hat sich erneut verschlechtert, im Euroraum hingegen verbessert. Die Erwartungen für die nächsten sechs Monate haben sich in allen drei Regionen nochmals verschlechtert, sind aber überall noch im positiven Bereich. Risiken werden zum Teil in steigenden Erzeugerpreisen gesehen.
Vom Außenhandel ging im dritten Quartal 2021 kein Wachstumsimpuls aus. Im August sind die Exporte erstmals in diesem Jahr wieder gesunken. Die Importe haben sich hingegen nach einem Rückgang im Vormonat wieder erholt. Die Exporterwartungen haben sich im Oktober wieder eingetrübt.
Auch die Investitionen sind im dritten Quartal weniger gewachsen als im Quartal zuvor. Die Auftragseingänge für Investitionsgüter sind im August nach Zuwächsen in den Vormonaten zurückgegangen, bleiben aber über dem Vorkrisenniveau. Die Investitionsgüterproduzenten bewerten die aktuelle Lage besser, erwarten aber für die kommenden Monate erneut eine Verschlechterung. Die Auftragseingänge im Bauhauptgewerbe haben im August wieder deutlich zugenommen. Das dortige Geschäftsklima setzte den Aufwärtstrend aus den vorigen Monaten im Oktober fort.
Der private Konsum hat im dritten Quartal kräftig zugelegt. Die Kaufbereitschaft ist hoch, aber in manchen Bereichen werden auch hier Lieferschwierigkeiten deutlich. Die Umsätze im Einzelhandel konnten sich im August nach einem Rückgang im Vormonat wieder etwas verbessern. Deutlich erholt hat sich das Gaststätten- und Übernachtungsgewerbe. Die Übernachtungszahlen haben im August das Vorkrisenniveau fast wieder erreicht. Der Gastgewerbeumsatz ist im August um 5,9 Prozent gegenüber dem Vormonat gestiegen. Die Geschäftserwartungen im Handel haben sich dagegen erneut verschlechtert. Die Erwartungen der Konsumgüterhersteller haben sich dennoch wieder aufgehellt, bleiben aber im negativen Bereich. Der Staatskonsum hat im dritten Quartal nur leicht stützend gewirkt.
Die Situation am Arbeitsmarkt verbessert sich in diesem Monat abermals. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung nimmt zu. Die Arbeitslosigkeit sinkt erneut, ebenso wie die Unterbeschäftigung, die unter anderem Personen in arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen berücksichtigt. Der Bestand an gemeldeten offenen Stellen steigt langsamer als bisher. Das IAB-Arbeitsmarktbarometer schwächt sich zum zweiten Mal in Folge ab. Es sinkt um 1,5 Punkte auf nun 104,7 Punkte. Der Ausblick bleibt damit aber positiv.

Der Krieg in der Ukraine, Lieferengpässe und Preiserhöhungen belasten die wirtschaftliche Entwicklung. Hinzu kommen Risiken aufgrund der unklaren…

Der Krieg in der Ukraine, Lieferengpässe und Preiserhöhungen belasten die wirtschaftliche Entwicklung. Hinzu kommen Unsicherheiten aufgrund der…

Das Bruttoinlandsprodukt stieg im ersten Quartal 2022 preis-, saison- und kalenderbereinigt um 0,2 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Der Krieg in der…