
IAB-Stellenerhebung 2/2024: Abkühlung am Arbeitsmarkt setzt sich fort
Im zweiten Quartal 2024 gab es bundesweit 1,34 Millionen offene Stellen. Gegenüber dem Vorquartal ist die Zahl der offenen Stellen um 230.000 oder…

In Westdeutschland waren 1,03 Millionen offene Stellen im dritten Quartal 2024 zu besetzen, in Ostdeutschland rund 250.000. Bundesweit kamen im dritten Quartal 2024 auf 100 von den Betrieben ausgeschriebene offene Stellen rund 220 arbeitslos gemeldete Personen – das sind 67 Arbeitslose mehr als noch vor einem Jahr. Der starke Anstieg bei der Arbeitslosen-Stellen-Relation gegenüber dem Vorjahresquartal hat zwei Ursachen: Zum einen sank die Zahl der offenen Stellen um fast 447.000, zum anderen stieg die Zahl der Arbeitslosen um rund 180.000.
81 Prozent beziehungsweise 1,04 Millionen der offenen Stellen im dritten Quartal 2024 waren sofort zu besetzen, das heißt sie waren zu diesem Zeitpunkt bereits unbesetzt. Die Vakanzrate, die das Verhältnis dieser sofort zu besetzenden offenen Stellen zur gesamten betrieblichen Nachfrage nach Personal, also zur Summe der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten und der sofort zu besetzenden Stellen, abbildet, lag im dritten Quartal 2024 bei 2,9 Prozent. Seit dem Rekord von 4,5 Prozent im vierten Quartal 2022 hat sich die Vakanzrate damit wieder spürbar nach unten bewegt. Insgesamt hat sich der Arbeitsmarkt im Vergleich zum Vorjahr deutlich abgekühlt.
Der Rückgang der offenen Stellen am Arbeitsmarkt setzte sich im dritten Quartal 2024 weiter fort, wenn auch nicht mehr so stark wie im Vorquartal. Die betrieblichen Beschäftigungserwartungen für die nahe Zukunft ergeben ein ähnliches Bild. Die in jedem Quartal von den Betrieben angegebene Einschätzung zur Entwicklung der Beschäftigtenzahl in den kommenden zwölf Monaten vollzieht nach zuletzt sehr starken Rückgängen seit zwei Quartalen eine leichte Aufwärtsbewegung (Abbildung). Die von den Betrieben prognostizierten Beschäftigungszuwächse um etwa 1 Prozent liegen damit jedoch weiterhin auf dem sehr niedrigen Niveau der ersten Covid-19-Lockdown-Phase im Jahr 2020.

Bei der Analyse dieses erwarteten Beschäftigungsaufbaus lässt sich allerdings im Vorfeld nicht genau abschätzen, inwieweit sich der (erwartete) Beschäftigungsaufbau auf die tatsächlich realisierte Zahl der offenen Stellen auswirkt. Denn wie Mario Bossler und andere im IAB-Kurzbericht 12/2020 gezeigt haben, schlugen sich die (oft zu optimistischen) Beschäftigungserwartungen der Arbeitgeber in der jüngeren Vergangenheit nur zur Hälfte in tatsächlichen Beschäftigungszuwächsen nieder.
Das IAB untersucht mit der IAB-Stellenerhebung viermal jährlich das gesamte Stellenangebot, also auch jene Stellen, die den Arbeitsagenturen nicht gemeldet werden. Im zweiten Quartal 2024 wurden Antworten von rund 12.527 Arbeitgebern aller Wirtschaftsbereiche ausgewertet. Aktuelle Zahlen zur (langfristigen) Entwicklung der offenen Stellen sowie weiterer Kenngrößen auf Basis der IAB-Stellenerhebung finden Sie auf der IAB-Website.
Bossler, Mario; Gürtzgen, Nicole; Kubis, Alexander; Küfner, Benjamin (2020): IAB-Stellenerhebung im ersten Quartal 2020: Mit dem Corona-Shutdown ging zuerst die Zahl der offenen Stellen zurück. IAB-Kurzbericht Nr. 12.

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