
Digitale und ökologische Transformation: Jede Region hat ihre eigene Herausforderungen
Die digitale und ökologische Transformation prägt zunehmend die regionalen Wirtschaftsräume in Deutschland. Im Interview mit dem IAB-Forum spricht…

Die Transformation hin zur Klimaneutralität und die digitale Transformation sind große Aufgaben, mit denen sich alle Länder konfrontiert sehen. Gleichwohl sind die Länder unterschiedlich stark davon betroffen. „Für manche ist es einfacher, ihre Energie umzustellen. Norwegen als Land mit viel Wasserkraft schafft das beispielsweise leichter“, konstatiert Schnitzer. Unterschiede in den Ausgangsbedingungen sind entscheidend dafür, wie Länder auf die Schwierigkeiten der Transformationen reagieren und welche Strategien sie entwickeln.
Bei diesen beiden Herausforderungen spielt Politik eine wichtigere Rolle denn je.
In Bezug auf die Rolle der Politik bei der ökologischen und digitalen Transformation betont Schnitzer: „Bei diesen beiden Herausforderungen spielt Politik eine wichtigere Rolle denn je.“ Sie verweist als Beispiel auf die Koordinationsprobleme bei der Elektromobilität , wo der Kauf von Elektroautos und der Aufbau einer entsprechenden Ladeinfrastruktur Hand in Hand gehen müsse.
Prof. Schnitzer lädt dazu ein, die digitale und ökologische Transformation als Gelegenheiten zu betrachten, die weitreichende positive Veränderungen ermöglichen könne: „Ich denke, es ist ganz wichtig, dass wir beide Herausforderungen nicht nur als Problem sehen, sondern in erster Linie als Chance.“ Diese Perspektive sieht sie als entscheidend für die Motivation und Innovation in der Politik und in der Wirtschaft.
Dabei gilt es, soziale Aspekte der Transformationen ebenso zu beachten: „Gleichzeitig haben wir ein Gerechtigkeitsthema insofern, als sich gerade die ärmeren manches nicht ganz so gut leisten können, gerade wenn Energie teurer wird durch die CO2-Preise. Sie sind dann besonders stark davon betroffen“, betont Schnitzer. In diesem Zusammenhang hebt sie die Wichtigkeit des Klimageldes hervor, das helfen soll, die finanziellen Lasten gerechter zu verteilen.
Mir bereitet vor allem Kopfzerbrechen, dass wir das Ganze nicht mutig genug angehen.
Zum Schluss äußert Schnitzer Bedenken darüber, dass die Transformationsprozesse nicht mutig genug angegangen werden: „Mir bereitet vor allem Kopfzerbrechen, dass wir das Ganze nicht mutig genug angehen. Dass wir es immer nur als Problem sehen und nicht als Chance.“ Sie plädiert für eine visionäre Herangehensweise, um die Chancen voll auszuschöpfen, die diese globalen Veränderungen bieten können.
Monika Schnitzer ist seit Oktober 2022 die Vorsitzende des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, dem sie seit April 2020 angehört. Sie ist Professorin für Komparative Wirtschaftsforschung an der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU).
Das Video finden Sie auf dem YouTube-Kanal des IAB.

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